KI-Sichtbarkeit prüfen: Findet ChatGPT dein Unternehmen?

ki sichtbarkeit

Aktualisiert: September 2026

Ob ChatGPT, Gemini oder andere KI-Systeme dein Unternehmen kennen und bei passenden Fragen nennen, kannst du selbst überprüfen.

Du brauchst dafür weder ein Spezialtool noch Vorwissen. Mit einigen realistischen Kundenfragen kannst du in wenigen Minuten herausfinden:

  • ob dein Unternehmen genannt wird,
  • welche Wettbewerber auftauchen,
  • ob deine Website als Quelle verwendet wird,
  • und ob sich über mehrere KI-Systeme ein Muster zeigt.

Wichtig ist nur: Eine einzelne KI-Antwort ist noch keine belastbare Messung.

In diesem Artikel zeige ich dir deshalb einen einfachen Selbsttest und erkläre anschließend, wie du das Ergebnis richtig einordnest.

Was bedeutet KI-Sichtbarkeit?

KI-Sichtbarkeit beschreibt, ob dein Unternehmen in Antworten von Systemen wie ChatGPT, Gemini, Perplexity oder Googles KI-Suche auftaucht.

Dabei solltest du drei Dinge unterscheiden:

  • Quelle: Deine Website wird verlinkt oder zitiert.
  • Erwähnung: Deine Marke wird genannt.
  • Empfehlung: Dein Unternehmen wird als passende Lösung vorgeschlagen.

Eine Quelle ist also nicht automatisch eine Empfehlung.

Besonders interessant wird KI-Sichtbarkeit dann, wenn ein potenzieller Kunde deine Marke noch nicht kennt und beispielsweise fragt:

„Welche Agentur eignet sich für mein Problem?“

oder:

„Welche Anbieter in meiner Region sind auf diese Leistung spezialisiert?“

Genau solche Fragen solltest du testen.

Wenn du tiefer verstehen möchtest, wie sich diese Entwicklung zu klassischem SEO verhält, findest du dazu meinen Beitrag GEO vs. SEO.

KI-Sichtbarkeit in 10 Minuten selbst prüfen

Bereite zuerst drei bis fünf Fragen vor, die ein echter Kunde stellen könnte.

Die wichtigste Regel:

Nenne deinen eigenen Firmennamen nicht.

„Kennst du Firma XY?“ testet hauptsächlich, ob Informationen zu deiner Marke vorhanden sind.

Besser sind Fragen wie:

  • „Welche [Branche] in [Region] kannst du empfehlen?“
  • „Ich suche [Leistung]. Welche Anbieter kommen infrage?“
  • „Wer ist auf [Spezialisierung] spezialisiert?“
  • „Welche Anbieter würdest du für [Problem] vergleichen?“

Notiere anschließend:

Wirst du genannt? Welche Wettbewerber erscheinen? Welche Quellen werden verwendet?

Schritt 1: ChatGPT prüfen

Stelle deine Testfragen in ChatGPT, idealerweise jeweils in einem neuen Chat, damit vorherige Gespräche das Ergebnis nicht beeinflussen.

Wiederhole wichtige Fragen ruhig zwei- oder dreimal.

KI-Antworten können variieren. Ein einzelnes Ergebnis ist deshalb weniger aussagekräftig als ein wiederkehrendes Muster.

Bei aktuellen Fragen kann ChatGPT außerdem Websuche und Quellen verwenden. OpenAI empfiehlt selbst, wichtige Angaben und Quellen zu überprüfen.

Schritt 2: Perplexity prüfen

Verwende dieselben Fragen in Perplexity.

Achte hier besonders auf die Quellen:

  • Wird deine Website verwendet?
  • Wird ein Branchenportal zitiert?
  • Woher stammen Informationen über deine Wettbewerber?

So bekommst du zusätzlich einen Eindruck davon, welche Websites im Zusammenhang mit deiner Branche als Quellen auftauchen.

Schritt 3: Gemini prüfen

Teste anschließend dieselben Fragen in Gemini.

Interessant ist weniger, ob Gemini exakt dieselbe Antwort liefert wie ChatGPT.

Wichtiger ist:

Tauchen bestimmte Wettbewerber immer wieder auf und dein Unternehmen nicht?

Dann hast du einen ersten Hinweis auf eine echte Sichtbarkeitslücke.

Schritt 4: Google AI Overviews prüfen

Suche deine wichtigsten Themen auch direkt bei Google.

Bei vielen Anfragen zeigt Google inzwischen AI Overviews beziehungsweise andere KI-Funktionen in der Suche an.

Prüfe:

  • Wird eine AI Overview angezeigt?
  • Wird deine Website darin als Quelle verwendet?
  • Welche Wettbewerber und Quellen erscheinen?

Google zeigt generative Impressionen aus AI Overviews und AI Mode inzwischen auch separat in der Search Console an.

Mehr zur gezielten Optimierung dafür findest du in meinem Artikel SEO für Google AI Overviews.

So liest du dein Ergebnis

ErgebnisEinordnung
Du wirst mehrfach genannt und die Angaben stimmenGute Ausgangslage
Du wirst genannt, aber Informationen sind falschQuellen und Unternehmensdaten prüfen
Deine Website wird zitiert, aber die Marke nicht empfohlenQuellen-Sichtbarkeit vorhanden
Wettbewerber erscheinen regelmäßig, du nichtMögliche Sichtbarkeitslücke
Jede Abfrage sieht anders ausMehr Messpunkte notwendig
Du erscheinst nur bei direkter MarkennennungMarkenwissen vorhanden, aber wenig Kategorie-Sichtbarkeit

Der wichtigste Punkt:

Ein einzelner Prompt ist kein KI-Sichtbarkeitsindex.

Du brauchst mehrere relevante Kundenfragen und im Idealfall mehrere Testzeitpunkte.

Keine Lust, alles einzeln zu testen?

Der automatische Inspuria KI-Sichtbarkeits-Check wird gerade vorbereitet. Auf der Check-Seite erfährst du, was geprüft werden soll und wie weit die Vorbereitung ist.

Wie kannst du KI-Sichtbarkeit sinnvoll messen?

Wenn du deine Sichtbarkeit nicht nur einmal prüfen, sondern beobachten möchtest, solltest du immer dieselben relevanten Kundenfragen verwenden.

Ich würde dabei vier Dinge dokumentieren:

  • Wird deine Marke genannt?
  • Wird deine Website als Quelle verwendet?
  • Welche Wettbewerber erscheinen?
  • Verändert sich das Muster über mehrere Tests hinweg?

Gerade der Wettbewerbsvergleich ist interessant.

Wenn derselbe Konkurrent bei sieben von zehn relevanten Fragen genannt wird und dein Unternehmen nur einmal, sagt das deutlich mehr aus als eine einzelne gute ChatGPT-Antwort.

Google bietet zusätzlich einen Sonderfall: In der Search Console kannst du inzwischen Impressionen aus AI Overviews und AI Mode sehen. Damit lässt sich zumindest für Googles KI-Suche nachvollziehen, ob deine Seiten generative Sichtbarkeit erhalten.

Aber auch hier gilt:

Eine Impression ist noch kein Lead.

KI-Sichtbarkeit sollte deshalb immer zusammen mit Traffic, Anfragen und Conversions betrachtet werden.

Was tun, wenn dein Unternehmen nicht auftaucht?

Wenn Wettbewerber häufiger genannt werden, würde ich nicht sofort anfangen, wahllos „GEO-Content“ zu produzieren.

Prüfe zuerst die Grundlagen.

1. Beschreibt deine Website dein Angebot eindeutig?

„Wir bieten individuelle Lösungen“ hilft weder Nutzern noch Suchsystemen besonders weiter.

Klare Aussagen zu Leistung, Zielgruppe, Spezialisierung und Region sind wesentlich hilfreicher.

2. Sind deine Unternehmensinformationen konsistent?

Website, Google-Profil, Branchenverzeichnisse und andere Quellen sollten kein widersprüchliches Bild vermitteln.

3. Beantwortest du die Fragen deiner Kunden?

Eine reine Leistungsseite reicht häufig nicht für die gesamte Recherchephase.

Hilfreicher Content beantwortet auch Fragen, die vor der konkreten Anbietersuche entstehen.

4. Besitzt deine Marke genügend Autorität?

Neben der eigenen Website spielen auch unabhängige Quellen eine Rolle: Fachartikel, Erwähnungen, Branchenportale oder andere vertrauenswürdige Websites.

Viele dieser Grundlagen sind übrigens klassisches SEO. Genau deshalb sehe ich KI-Sichtbarkeit nicht als völlig getrennte Disziplin.

Fazit: Erst prüfen, dann Muster erkennen

Ein schneller KI-Test kann dir zeigen, ob dein Unternehmen grundsätzlich auftaucht.

Wirklich interessant wird es aber erst, wenn du mehrere relevante Kundenfragen vergleichst und erkennst:

Wer wird regelmäßig genannt? Welche Quellen werden verwendet? Und wie steht dein Unternehmen im Vergleich zu Wettbewerbern da?

Wenn du das nicht alles manuell durchführen möchtest, findest du auf der Seite zum Inspuria KI-Sichtbarkeits-Check Informationen zur geplanten strukturierten Prüfung.

Häufige Fragen zur KI-Sichtbarkeit

Wie kann ich meine KI-Sichtbarkeit prüfen?

Teste mehrere realistische Kundenfragen in ChatGPT, Gemini, Perplexity und Google, ohne deinen eigenen Firmennamen zu nennen. Dokumentiere, ob deine Marke, deine Website und deine Wettbewerber auftauchen.

Wie kann ich meine Sichtbarkeit in ChatGPT überprüfen?

Stelle ChatGPT Fragen, die ein potenzieller Kunde stellen würde, der dich noch nicht kennt. Wiederhole wichtige Fragen in neuen Chats und achte auf Markennennungen und Quellen.

Wie kann ich KI-Sichtbarkeit messen?

Nutze einen festen Satz relevanter Fragen und dokumentiere wiederkehrende Markennennungen, Quellen und Wettbewerber. Bei Google kannst du zusätzlich generative Impressionen aus AI Overviews und AI Mode in der Search Console beobachten.

Warum ist mein Unternehmen in ChatGPT nicht sichtbar?

Mögliche Ursachen sind unklare Unternehmensinformationen, geringe thematische Autorität, fehlende Inhalte für relevante Kundenfragen oder technische Zugriffsprobleme. Eine einzelne fehlende Nennung reicht jedoch nicht für eine belastbare Diagnose.

Ersetzt KI-Sichtbarkeit klassisches SEO?

Nein. Viele Grundlagen für gute KI-Sichtbarkeit, klare Inhalte, technische Zugänglichkeit, Autorität und relevante Informationen, überschneiden sich direkt mit klassischem SEO.

Henrike Schröder mit einem Laptop in der Hand.

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